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Bist du ein Flaneur? ...Wie bitte?

Ja, ein Flaneur? Das ist jemand, der einfach einen Spaziergang macht. Er lässt sich treiben. Ohne Ziele und ohne Ankommen. Er flaniert eben nur. Flanieren ist einfaches umherschlendern. Langsam und ungezwungen. Aber solche “sinnlosen” Aktivitäten sind in einer Leistungsgesellschaft nicht mehr gefragt.

Alles muss einen Sinn haben. Alles braucht ein Ziel. Nichts wird ohne Plan und Konzepte gemacht.

Einfach flanieren?

Da wirst du sofort als ein fauler Mensch bezeichnet, der seine Zeit mit unnötigem herumlaufen verbringt. Du könntest schließlich in dieser Zeit etwas sinnvolles tun.

Flanieren ist alles andere als Aktivismus, das stimmt! Aber es ist auch alles andere als Faulheit.

Flanieren erdet dich. Es bringt dich zur Ruhe. Es bringt dich ins Hier und Jetzt. Es bringt dich ins Mitte des Lebens. Ganz unauffällig und ohne Mühe.

Sinn der Sinnlosigkeit

Weißt du: Wir verlangen, dass alles einen Sinn haben soll. Wir definieren sogar den Sinn einer Tätigkeit, bevor wir mit dieser angefangen haben. Und wenn wir im Voraus feststellen, dass diese Tätigkeit keinen Sinn hat, dann lassen wir es.

Aber was, wenn der Sinn der Tätigkeit sich erst während oder nach der Tätigkeit einstellt?

Oder was, wenn die Tätigkeit gar keinen Sinn hat? Und der Sinn der Tätigkeit sie selbst ist.

Flanieren ist sinnloses umherschlendern. Zeit vergessen. Sich in der Schönheit des Lebens verlieren. Sonst nichts.

Möglichkeiten zum flanieren

Es gibt viele Möglichkeiten. Die klassische ist der zeit- und Ziellose Spaziergang in der Natur. Und wenn du müde bist oder keine Lust mehr hast, dann läufst du einfach wieder zurück. Fertig!

Es gibt aber auch andere Möglichkeiten zu flanieren. Hier die 5 von mir meist erprobten Möglichkeiten, die mein Gütesiegel verdient haben.

5 Ideen für “sinnloses” flanieren

1. Flaniere auf dem Wochenmarkt

Besuche einen Markt in deiner Nähe. schlendere durch die Stände, schau dir die Produkte und die Menschen an. Nimm einfach alles wahr, ohne sie zu bewerten. So fallen dir mehr schöne Dinge auf. Wenn du Lust hast, kaufe dir eine Kleinigkeit und verschnabuliere es mit Genuss, z.B. etwas Obst. Einfach so.

2. Flaniere in eine Straßencafé

Das ist eine meiner Liebelingsmöglichkeiten. Setze dich in ein Straßencafé, bestelle dir einen Kaffee oder Espresso und lausche einfach. Nimm die Geräusche, Gespräche und alles um dich herum wahr oder blende sie einfach aus. So wie du willst.

Vor ca. 3 Jahren hatte ich eine schwierige Lebenssituation. Ich bin fast jeden Tag mehrere Stunden in einem Straßencafé gesessen. So habe ich mich durch diese schwierige Zeit flaniert.

3. Flaniere mit den Augen

Schau aufs Meer oder in die Weite. Der Blick in die Weite fasziniert uns immer. Egal, ob aufs Meer, auf die Berge , auf den Wald oder einfach in den Himmel schaut. Das ist die Leere und Stille, die uns so fasziniert. Es beruhigt den Geist und entlastet deinen Augenmuskulatur.

4. Flaniere auf einer Schaukel

Neulich war ich mit meiner Freundin spazieren. Wir sind an einem kleinen Spielplatz vorbeigekommen. Dort habe ich mich in eine Schaukel gelegt und mich hin und her geschaukelt. Es war einfach wunderbar. Ich habe mich ein bisschen wie Alexander Gerst gefühlt.

5. Flaniere mit deinen Gedanken

Finde einen Baum und lehne dich an ihn. Lass dein ganzes Gewicht an den Baum und auf die Erde fallen. Spüre den Halt des Baumes und die Kraft der Erde. Lass dich von beiden tragen. Nichts tun. Lass deine Gedanken wie die Wolken am Himmel vorbei ziehen. Einfach da sitzen. Du und der Baum.

Du siehst:

Die Dinge, die uns gut tun, sind die einfach Dinge.

Flanieren gehört  definitiv dazu.

Wenn du flanierst, merkst du auf einmal wieviel Zeit du hast. Eine Minute scheint wie eine Stunde, eine Stunde wie ein Tag und ein Tag wie ein ganzes Leben.

Dann mal los und frohes flanieren!

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Wer heute wahre Freiheit erlangen will, muss sich mehr anstrengen und auch mal unangenehme Fragen gegenüber stehen. Fragen, die das eigene Leben aufmischen und die eingefahrene Sichtweisen zerstören
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