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Warum alles nur schlimmer wird, wenn du inaktiv bleibst!

Für viele Sachen fehlt uns der Antrieb. Andere sind nicht dringend. Manche Aufgaben sind keine To Dos sondern Projekte ohne einen klaren ersten Schritt. Seit ich „Getting Things Done“ (GTD) von David Allen (deutscher Buchtitel: „Wie du die Dinge geregelt bekommst“) gelesen habe, lebe ich nach seiner Philosophie. Ich möchte nicht zu weit ausholen, greife aber einige seiner Gedanken auf. GTD wird dir helfen, wenn du gestresst bist und „überhaupt nichts schaffst“.

Die folgenden Gedanken sollen dir zeigen, wann und weshalb du dich aufraffen und aktiv werden solltest. Denn alles wird nur schlimmer, wenn du nicht handelst.

„Ich müsste mal…“ – Die unangenehmen Dinge

Bürokratie oder unangenehme Anrufe bei Behörden, Versicherungen, Bekannten oder auch der Familie (kann vorkommen) stehen immer wieder an und stauen sich auf. In unserem Kopf werden diese Aufgaben immer größer. Die Hemmung auch.

Wenn ein unerledigtes Formular auf meinem Schreibtisch liegt, denke ich ständig darüber nach, schiebe den Gedanken aber beiseite und mache etwas anderes, schöneres. Letztendlich habe ich aber wenig von dem Ablenkungsmanöver, weil sich der Gedanke an das Formular nur kurzzeitig verflüchtigt und daraufhin immer wieder zum diesem Formular zurückkehrt.

Vielleicht geht es dir auch so, dass du diese unangenehmen Dinge vor dir herschiebst. Lass es uns gemeinsam angehen. Hier ist, was du tun solltest:

Mache dir diese To Dos bzw. Projekte bewusst. Nimm dir am besten gleich einen Zettel und schreibe die unerledigten Dinge auf. Falls dir diese Aufgabe schon Angst einjagt, beruhige dich selbst: Du kannst den Zettel danach auch wieder wegwerfen, als wäre nichts passiert.

Aber nur mal für den Moment kannst du deinen Kopf befreien und alles zu Papier bringen. Es wird dir dann besser gehen.

Auf deine Liste schreibst du alles, was sich auch nur am Horizont deiner Gedanken auftut. Dabei werden Langzeitprojekte, Gedankenspiele und unmittelbare Aufgaben auftauchen. Werte nicht, sondern liste alles auf. Wir kommen auf deine Liste im Laufe des Artikels immer wieder zurück

Nach der GTD-Philosophie solltest du die Dinge auf deiner Liste, die du in unter zwei Minuten erledigen kannst, sofort tun. Es lohnt nicht sie für sonstwann einzutakten.

Ruf also JETZT schnell bei XY an, auch wenn du keine Lust hast. Meistens geht eine unangenehme Aufgabe im Nu vorbei und ist die Sorgen (im Nachhinein) gar nicht wert gewesen.

Für größere Projekte („Altersvorsorge“) brauchst du oft mehr Informationen, Beratung und musst nochmal in Ruhe entscheiden, ob du das Projekt momentan wirklich angehen willst.

Versuche nicht, hier und jetzt alles zu lösen oder zu erledigen. David Allen empfiehlt, einmal pro Woche die „Inbox“ mit gesammelten Dingen durchzugehen und zu entscheiden, was unmittelbare „To Dos“ sind, was auf die „Someday“-Liste kommt, wofür du jemand anderen brauchst („Waiting for“) und was du doch nicht angehen willst.

Oft ist entscheidend, den ersten Schritt definiert zu haben. Wenn du mehr Sport machen willst, ist der erste Schritt nicht die Schuhe zu schnüren, sondern vielleicht erstmal, zu verschiedenen Sportarten zu recherchieren und sich eine auszusuchen.

Damit sich unangenehme Dinge nicht in meinem Kopf stapeln, habe ich mir angewöhnt, bürokratische Angelegenheiten sofort zu erledigen. Das heißt, dass ich zumindest meinen Teil schnellstmöglich hinter mich bringe. Falls noch das Zutun einer anderen Stelle nötig ist (z.B. des Steuerberaters) „boxe“ ich die Post so schnell wie möglich wieder raus und habe wieder einen sauberen Schreibtisch.

Das setzt aber voraus, dass ich meine anderen To Dos im Griff habe. Darum geht es im Folgenden.

„Das kommt auf meine To-Do-Liste“ – Aufgabenberge

Post, Akten und Unterlagen, die sich auf deinem Schreibtisch oder in deinem Email-Postfach stapeln sind gefährlich. Denn irgendwann verlierst du den Überblick und resignierst. Du bist immer unmotivierter die Sachen anzugehen. Doch je länger du wartest, umso höher wird der Stapel. Wie und wo solltest du anfangen?

Manche Menschen denken, dass sie für To-Do-Management keine Zeit haben bzw. aufgrund ihrer vielen Arbeit „nie alles aufschreiben“ könnten. Und dann wird diese Liste auch nie kürzer!

Der Grund dafür ist: Wir gehen falsch mit To Dos um.

Du wirst an deiner Liste gemerkt haben, dass große und kleine Themen anfallen. Du brauchst Zeit dafür, um die ersten und folgenden Schritte in deinen Projekten zu definieren. Auch das ist schon Arbeit. Es ist aber oft der mühsamste Teil. Nimm dir nicht alles mit einmal vor! Du musst Prioritäten setzen.

Wer offen für Veränderungen im Arbeitsstil ist, kann mit GTD entspannter leben. Ich nutze Nirvana als To-Do-App, die sehr nah an der GTD-Philosophie und -Terminologie ist, auch für den privaten Bereich schon seit einigen Jahren. Das Gefühl, dass ich die Aufgaben nicht mehr überblicke, kenne ich seitdem nicht mehr.

„Heute nicht, morgen dann“ – Rumlungern und Einigeln

Wie oft lässt du dich abends erschöpft auf die Couch fallen und kannst dir nicht im Geringsten vorstellen, nochmal rauszugehen? Das ist in Ordnung, wenn es nicht überhandnimmt. Doch anfängliche Faulheit kann zu Einsamkeit führen.

Es ist wichtig, soziale Kontakte zu haben und zu pflegen, denn „in guten wie in schlechten Zeiten“ brauchen wir Freunde. Wenn es dir schwerfällt, nimm dir als tägliche Gewohnheit vor, dich bei Freunden zu melden.

Begrabe Gedanken wie „Die können sich auch mal melden!“ oder „Nach mir fragt auch niemand!“. Es wird nicht besser, wenn du nichts tust.

Der zweite Preis der Faulheit ist Unbeweglichkeit und mögliches Übergewicht. Bewegung fehlt im Alltag häufig, während es aufgrund des reichhaltigen Nahrungsangebotes schwierig ist nicht permanent zu viel Energie zuzuführen.

„Die paar Kilos“ können zu starkem Übergewicht werden, welches Bewegung und Beweglichkeit dann wiederum erschwert.

Vermeide Couch-Potato-Abende auf der Couch! Nimm dir mehrmals die Woche etwas vor, bei dem du unter Leute kommst. Such dir Hobbies, Vereine, lass dich von Freunden mitnehmen.

Wenn du dich über längere Zeit erschöpft, unmotiviert und ausgebrannt fühlst, brauchst du evtl. professionelle Hilfe. Ich kenne das aus eigener Erfahrung und kann auch hier versichern: Das Gefühl wurde schlimmer durch meine Inaktivität.

Ich wartete immer wieder darauf, dass es „besser“ wird. Aber das wurde es nicht. Es dauerte Monate, bis ich mir Rat suchte und dann eine unangenehme Entscheidung traf, nämlich zu kündigen.

„Da will ich gar nicht drüber nachdenken“ – Sorgen und Zweifel

Vielleicht kennst du das sonntagabendliche Sorgenkarussel. Du bist aufgeregt, weil eine volle Woche ansteht, du eine Präsentation halten musst etc. Wenn deine Sorgen dich aber immer wieder nicht schlafen lassen, solltest du aktiv werden.

Du kannst nicht erwarten, dass jemand anderes deine Sorgen errät. Weder dein/e PartnerIn noch dein/e ChefIn werden dir die Lösung für deine Probleme auf dem Tablett servieren.

Du musst Verantwortung für dich selbst übernehmen. Veränderungen kannst du nur durch aktives Handeln herbeiführen.

Werde aktiv und gehe deine Sorgen an. Dabei helfen dir die folgenden Schritte:

  1. Schreibe deine Sorgen auf! Filtere nichts raus, was dir durch den Kopf geht!

  2. Überlege, an welchen Themen du etwas ändern kannst, indem du z.B. ein Gespräch führst!

  3. Streiche die Themen aus deinen Gedanken, an denen du nichts ändern kannst. Finde dich damit ab.

  4. Rede über deine Sorgen. Manchmal hilft dir eine andere Person, Gedanken zu relativieren oder zu zerstreuen. Freunde haben einen großen Einfluss auf unser geistiges Befinden. Ziehe dich daher nicht zurück, sondern lasse dich bewusst unterstützen!

  5. Falls dir wie mir früher abends die Sorgen kommen, richte dir einen „Grübelstuhl“ oder „-platz“ ein. Versuche die Sorgen von deinem Bett fernzuhalten. Nimm dir ein bis zwei Stunden vor dem Schlafengehen Zeit. Schreibe ca. eine halbe Stunde lang alles auf, worüber du dir Sorgen machst. Mache einen Termin mit dir selbst, um die Probleme, die dahinterstecken anzugehen! Suche dir dafür Unterstützung!

  6. Wenn du nachts aufwachst und deine Sorgen dich nicht mehr schlafen lassen, setze dir ebenfalls einen Termin am nächsten Tag, um die Sorgen anzugehen. Oft wirst du die Sorgen dann aber wieder vergessen haben.

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Über Jasmin
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