Ein Mädchen, ein Junge und Döner Kebab

Claudia hat eine Einladung von ihrem neuen Freund Metin bekommen. Er hat sich ganz schön viel Mühe gegeben. Auf der selbst gebastelten Einladungskarte steht: Ein romantisches Abendessen zu zweit im besten Restaurant der Stadt! Claudia war sehr aufgeregt. Schließlich bekommt man nicht jeden Tag so eine romantische Einladung!

Liebe geht durch den Magen

Ein schönes und leichtes Kleid unterstrich ihre weibliche Figur. Ihre leichte Schminke betonte ihr natürliches und hübsches Gesicht.

Sie schaute sich noch mal komplett im Spiegel an und lächelt zufrieden.

Dann wartet sie ungeduldig auf Metin.

Das Essen

Metin hat sein Auto blitzblank sauber gemacht und sich in seine besten Klamotten geworfen. Auch er ist sehr aufgeregt und freut sich auf den Abend mit Claudia.

Metin holt Claudia pünktlich um 20.00 Uhr ab. Im Auto wollte sie endlich wissen, in welches nobles Restaurant er sie entführen wird?

Es ist eine Überraschung, sagte Metin und fuhr mit dem Auto fast durch die ganze Stadt.

Sie war mit den Gedanken beschäftigt, als Metin vor einem Döner Kebab-Stand anhielt.

Er schaute Claudia mit Stolz an und fragte:

Willst du scharf und mit allem?

Die Enttäuschung

Claudia dachte erst, es sei ein Scherz und er will sie verarschen. Sie fing an laut zu lachen.

Aber dann, als sie das ernste Gesicht von Metin sah, wusste sie, dass er keinen Spaß macht. Es war sein Ernst.

Das romantische Abendessen war in Wirklichkeit ein Döner Kebab, mit allem und scharf! Und das beste Restaurant der Stadt war die Döner-Bude.

Metin schaut Claudia an und fragt noch mal:

Und. Wie möchtest du deinen Döner haben?

Claudias Enttäuschung war kaum zu übersehen. Sie versuchte durch ein gezwungenes Lächeln, die Situation zu meistern:

Ich nehme das, was du auch nimmst, sagte sie leise.

Metin holt zwei Döner und sie setzen sich auf eine Bank in der Nähe.

Während sie aßen, versuchte Metin Claudia klar zu machen, dass der Kebab wohl der Beste in der Stadt sei. Er schwärmte unaufhörlich von diesem Kebabstand.

Claudia war mit ihren Gedanken beschäftigt und hörte Metin kaum zu.

Die Einsicht

Irgendwann merkte Sie, dass dieser Döner-Stand für ihn tatsächlich das beste Restaurant in der Stadt ist.

Sie versuchte die Sache aus der Sicht von Metin zu sehen. So fühlte sie sich langsam besser. Auch ein kleines bisschen geehrt. Metin hat sie schliesslich in sein Lieblingsrestaurant eingeladen.

Durch diesen Gedanken war sie etwas erleichtert und konnte sich normal mit ihm unterhalten. Sie konnte sogar wieder lachen.

Nach einer sehr netten Unterhaltung fuhr Metin sie nach Hause.

Claudia wollte noch ein paar Minuten spazieren, um den Abend zu verdauen.

Das war sicher nicht, das was sie sich vorgestellt hatte. Aber es war ein sehr schöner Abend. Und sie hat etwas ganz Wichtiges gelernt:

Manchmal macht es Sinn einen Schritt zur Seite zu tun, die Sicht zu wechseln und die Welt mit den Augen des anderen zu betrachten. Und nicht zu selten, entwickelt man Verständnis für den anderen. Ganz ohne Worte!

Claudia war nun richtig glücklich. Mittlerweile war sie zuhause angekommen. Ihre Mutter macht ihr die Tür auf und sagt:

Na, es scheint ja gut gelaufen zu sein. Du siehst so glücklich aus.

Ja, bin ich auch! Sagte sie.

Wir waren essen! In einem der besten Restaurants der Stadt.