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Ein Gespräch zwischen Herz und Verstand

Ich sitze in meinem Lieblingscafé und trinke einen Espresso. Da sitzen sie wieder: Das Herz und der Verstand. Das Herz schlürft an seine Schale Café au Lait und der Verstand trinkt einen Kaffee. Wie immer schwarz. Das Gesprächsthema scheint heute ernst zu sein. Das kann ich an ihren Gesichter ablesen.

Ich tue so, als ich mit dem Schreiben beschäftigt bin und lausche dem Gespräch zwischen den beiden.

Es geht um Minimalistisch leben

Es erklärt auch warum die beiden so ernst schauen. Vorallem der Verstand. Er ist fast erstarrt. Er wirkt überfordert und gestresst.

Das Herz sieht zwar etwas entspannter aus, aber es wirkt müde und geknickt. Irgendwie eingeengt.

Ich erinnere mich daran, als ich zum ersten Mal das Wort “Minimalismus” hörte:

Ich dachte, dass ich gleich alles loswerden muss. In eine kleine 20 qm Wohnung ziehen, mein Auto verkaufen und meinen gut bezahlten Job kündigen muss.

Und dann soll ich nur noch wie ein armer Mensch mit ganz wenigen Dingen leben. Das hat mich damals abgeschreckt.

Ich lausche weiter dem Gespräch zwischen Herz und Verstand:

Das Herz fragt:

Was bedeutet eigentlich Minimalismus für dich?

Der Verstand grübelt und versucht eine Antwort auf diese Frage zu finden:

“Na ja, Vielleicht sollten wir den Keller mal entrümpeln und aufräumen.”

Er denkt kurz nach, kratzt sich an den Kopf und redet mit zitternder Stimme weiter:

“ Wir können auch die Möbel, den Hausrat und die viele andere Dinge, die herum stehen verkaufen oder verschenken!”

Und fragt anschließend: “Würdest du dich dann besser fühlen?”

Das Herz lächelt müde und sagt:

“Es ist ein guter Ansatz mit dem entrümpeln und aufräumen im Keller zu beginnen. Aber das reicht mir nicht wirklich. Das ist nicht alles, was mich einengt.”

Der Verstand merkt wie ernst es ist. Das Herz ist müde und wenn es sich jetzt ganz zurück zieht, dann gibt es auch keine Zukunft mehr für den Verstand.

Er versucht jetzt alles zu geben: “Wir verkaufen das Auto, verschenken den Fernseher und trennen uns von anderen nutzlosen Geräten, was meinst du dazu?

Er merkt, dass das noch nicht reicht und versucht weiter:

“Wir überdenken unsere Essgewohnheiten, räumen den Kühlschrank komplett aus und kaufen in Zukunft weniger ein. Jetzt passt, oder?”

Er schaut das Herz an und versucht etwas positives abzulesen:

“Dann sind wir endlich Minimalist!”

Das Herz holt tief Luft, schaut den Verstand liebevoll an:

“Verstehe mich nicht falsch, das ist auch alles richtig und wichtig. Diese Dinge müssen wir unbedingt überdenken.”

Nach kurzer Pause:

Was mich so einengt und kränkt, sind nicht nur materielle Dinge…

Der Verstand unterbricht das Herz und sagt verzweifelt und hektisch:

“Ich habe duzende von Büchern über Minimalismus und minimalistisch Leben gelesen.”

Er versucht kompetent zu wirken:

“Mit vielen Konzepten und Methoden bin ich vertraut. Die meisten beschäftigen sich mit der Abschaffung und Reduzierung von materiellen Dingen……Glaub’ mir, so geht Minimalismus!”

Und blickt erwartungsvoll auf das Herz. Er hofft auf ein Positives Signal.

Dem Herzen reicht’s jetzt! Es schaut den Verstand an, neigt sich zu ihm nach vorne und sagt mit lauterer Stimme:

“Mein lieber Verstand, das haben wir zigtausend mal ausprobiert. Der Nachteil deiner Konzepte und Methoden ist, dass sie einfach nicht funktionieren. Du wirst wieder rückfällig.”

Der Verstand schaut sich um. Es ist ihm peinlich.

Ich bestelle noch einen Espresso und tue so, als habe ich nichts mitbekommen. Ich meine, was soll der arme Verstand noch alles hergeben? Er ist ja zu allem bereit. Was will das Herz überhaupt?

Das Herz spürt die Aufregung des Verstandes und es versucht jetzt auf sanfter Art. Das ist seine Spezialität:

“Weißt du lieber Verstand, manche Menschen beenden ihre festgefahrenen Beziehungen oder die ungeliebten Verpflichtungen. Und andere verkaufen ihr Hab und Gut.”

Das Herz fuhr mit ruhiger Stimme fort:

Es bringt uns und der Welt herzlich wenig, wenn wir uns von allem trennen und wenig besitzen. Und doch unglücklich und unzufrieden sind. Damit ist niemandem geholfen.

Und weiter…

Die Welt braucht keine unglückliche Minimalisten.

Der verstand fragt total aufgelöst: “was braucht die Welt dann bitteschön?

Sie braucht mehr kreative Menschen, die das Beste aus ihren Möglichkeiten machen. Minimalismus ist der Weg des Herzens.

Sprach das Herz.

“Ich kann aber diesen Weg nicht alleine gehen. Ich brauche deine Unterstützung.”

“Meine Unterstützung?” Fragt der Verstand ungläubig und verwundert.

“Ja, deine Unterstützung. ”

Du musst bereit sein, dich von überflüssigen Bedürfnissen und Gewohnheiten zu lösen. Du musst lernen zu verzichten, zu reduzieren und zu verweigern.

Nach kurzer Pause spricht das Herz weiter:

“Du musst mich mehr in deine Entscheidungen einbeziehen, wir müssen sie gemeinsam treffen.”

Der Verstand merkt, dass er zu weit gegangen ist. Sein Blick richtet sich nach unten.

Das Herz ist jetzt in die Fahrt gekommen, es spricht motiviert weiter:

Minimalismus zu leben bedeutet sich bewusst zu entscheiden, mit immer weniger Ballast durch das Leben zu gehen. Und damit ist nicht nur materieller Ballast gemeint, lieber Verstand!

Der Verstand öffnet sich langsam. Der richtige Zeitpunkt ihm die ganze Wahrheit zu sagen:

“Wir müssen erst bei dir aufräumen.” sagt das Herz.

Der verstand schaut wieder ungläubig das Herz an und hört weiter zu:

Wir müssen mit deinen negativen Gedanken, Vorurteilen und Meinungen über uns, die andere und die Welt aufräumen. Du musst aufhören zu jammern, zu meckern und zu lästern.

“Das wird aber nicht leicht” sagt der Verstand.

“Ich weiß, wir werden auch kleine Schritte machen.” sagt das Herz ermutigend.

nach kurzer Zeit stehen Sie auf und gehen gemeinsam ihren Weg Richtung Minimalismus.

Ich bleibe noch einer Weile in Café sitzen, bestelle mir noch einen Espresso und denke über das Gespräch nach.

Weist du, das Herz hat recht:

Der materielle Ballast in deinem Leben ist nur ein Spiegelbild des geistigen Ballastes. Und dann bereitet es sich überall in dein Leben. Wie ein Lauffeuer.

Warum minimalistisch leben? Warum weniger Ballast?

Damit du deine wertvolle Zeit den wesentlichen Dingen widmen kannst. Damit du erkennst, was wirklich wichtig im Leben ist. Damit du Klarheit und Ordnung in dein Leben bringst.

Wenn du dich für Minimalismus als Lebensweg entscheidest, dann informiere bitte dein Herz und deinen Verstand. Sie müssen miteinander reden.

Um minimalistisch zu leben, braucht es nicht viel dazu. Es wäre ja auch ein Widerspruch.

Der Weg zum Minimalismus ist ein Prozess. Ein persönlicher Prozess. So soll jeder für sich heraus finden, was Minimalismus für ihn bedeutet und wo er damit anfangen möchte.

Und dann trennst du dich freiwillig und sehr leicht von materiellen und sonstigen Ballast.

Minimalismus lehrt dich, wie einfach das Leben ist und wie es ist einfach zu leben. Du erkennst, was dir wichtig ist und fokussierst die richtigen Ziele.

Das einfache Leben hat viele Facetten. Es ist so unfassbar Reich.

Wann du mit Minimalist beginnen sollst?

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Wer heute wahre Freiheit erlangen will, muss sich mehr anstrengen und auch mal unangenehme Fragen gegenüber stehen. Fragen, die das eigene Leben aufmischen und die eingefahrene Sichtweisen zerstören
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