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5 Punkte-Plan, mit dem ich in den Kampf ziehe

Ein Einziger Gegner macht mir das Leben  schwer. Nur ein einziger. Weißt du, der Witz an der ganze Sache ist, dass ich meinen Gegner auch sehr gut kenne. Du glaubst auch nie, dass so jemand gegen dich kämpft, oder? Gleich wirst du staunen, wer dieser Gegner ist:

Dieser Gegner bin ich. Ich bin mein einzigster und größter Gegner in allem was ich tue.

Kein anderer kämpft so leidenschaftlich gegen mich. Nur ich!

Um von mir abzulenken, versuche ich den Anderen die Schuld zu geben. Das ist einfach.

Anstatt tolle Texte zu schreiben, formuliere ich lieber destruktive Ausreden. Das befreit mich von meiner Verantwortung.

Statt etwas zu riskieren, mache ich es mir in meiner Komfortzone gemütlich. Mit allem, was ich mir im Laufe der Jahre angeschafft habe. Das ist sicher.

Ich will meine Gedanken mit Menschen teilen und sie inspirieren. Stattdessen behalte ich sie für mich. Weist du warum?

Ich habe Angst, dass ich nicht gut genug bin.

Wenn du jetzt denkst, das ist alles, was mein Gegner kann, dann hast du dich getäuscht. Er kann viel mehr.

Seine gefährlichste und zerstörerischste Waffe ist der Perfektionismus.

Vielleicht denkst du jetzt: Perfektionismus ist doch keine Waffe.

Oh doch. Und was für eine.

Weißt du, was Perfektionismus so gefährlich macht?

Der Perfektionismus zeigt sich erst als dein Partner. Er gewinnt dein Vertrauen. Er ist Tag und Nacht mit dir zusammen!

Dann lässt er dich Glauben, dass du an deinen Träume arbeitest. Er suggeriert dir sogar Bilder von deinen bevorstehenden Erfolgen.

Aber jedes mal, wenn du fertig bist, sagt dein Perfektionismus:

Moment mal! Das ist doch gar nicht fertig! Da ist noch Platz für Verbesserungen. Schau, was die Anderen so gemacht haben. Willst allen Ernstes jetzt fertig sein?

Dann schaust du dir dein Werk an und sagst: Er hat recht. Ich bin ja auch so was von schlecht.

Jetzt weißt du, warum mein Gegner die mächtigste Waffe hat.

Irgendwann dämmerte es mir, dass ich so nicht voran kommen werde. Und so habe ich beschlossen in einer Nacht- und Nebelaktion einen Schlachtplan auszuarbeiten.

Ich will meinen Gegner besiegen. Ich will ihn loswerden.

Hier ist mein 5 Punkte-Plan, mit dem ich in den Kampf ziehe

(Du kannst ihn gerne für dich adoptieren)

1. Sei nett zu deinem Gegner

Es blieb mir ja auch nichts anderes übrig. Wir waren immer zusammen, wir sind sogar zusammen schlafen gegangen und morgens gemeinsam aufgestanden. Sogar das Bad haben wir mit einander geteilt.

Ich dachte es ist sinnvoller, wenn ich nett zu ihm bin, so kann ich sein Vertrauen gewinnen und vielleicht ihn irgendwann austricksen.

Also war ich nett zu ihm.

2. Unternehme was mit deinem Gegner

Anfangs waren es kleinere Sachen: Spazieren gehen, gemeinsam lesen oder ein Glas Wein trinken. Ich wollte ihn unbedingt (aus der Komfortzone) rauslocken. So habe ich nach und nach spannendere Aktionen mit ihm unternommen.

Es hat funktioniert!

3. Lobe deinen Gegner

Na ja, jeder will mal gelobt werden. Lob ist gut für den Glückshaushalt. Und zwar Nicht nur für den jenigen, der gelobt wird, sonder auch für den, der lobt. Es war eine Win-Win-Situation.

Klasse, oder?

4. Stelle ihm deinen besten Freund vor

Mein beste Freundin ist meine Leidenschaft. Sie ist der Antrieb für alles, was ich tue. Ich wollte nicht, dass mein Gegner denkt, dass ich allein bin. So habe ich beschlossen ihm meine beste Freundin, die Leidenschaft, vorzustellen.

Gesagt getan:

Gegner, Leidenschaft
Leidenschaft, Gegner

Als ich die beiden einander vorgestellt habe, sah ich dieses Glänzen in den Augen meines Gegners. Er himmelte die Leidenschaft an. Er war total begeistert von ihr.

Es war Liebe auf der ersten Blick.

Auch die Leidenschaft fand den Gegner attraktiv, sie war nicht abgeneigt.

Und so beschlossen Gegner und Leidenschaft zu heiraten.

Du kannst dir vorstellen, wie es mir dabei gegangen ist. Ich fühlte mich elend. Der Gedanke, dass der Gegner und die Leidenschaft heiraten werden, war unerträglich.

Nach einiger Zeit fand ich die Situation gar nicht so schlecht. Es war zeitweise auch sehr vorteilhaft. Der Gegner war oft mit der Leidenschaft beschäftigt und ich konnte tun, was ich will.

Ich hatte dann auf einmal mehr Freiräume für meine Ideen und Träumen.

5. Gehe auf deinen Gegner zu. Gib ihm die Hand

Nun ja, der Gegner gehörte jetzt zu Familie. Er war ja mit meiner Leidenschaft verheiratet. So waren wir jetzt alle 3 für immer und ewig zusammen. Im Haushalt. Im Bett. Im Bad!

So gesehen war er  kein Gegner mehr.

Ich bin auf ihn zugegangen:

Ich will mich mit dir versöhnen.

Die Leidenschaft war die Verbmittlerin zwischen uns.

Es kam ein sehr temperamentvolles Gespräch zustande. Es war aber genau so konstruktiv und heilsam für uns alle.

Willst du wissen, was dabei heraus kam?

Ein Waffenstillstand mit 4 ganz einfachen Regeln:

  1. Perfektionismus ade – Wir lassen “5” gerade sein
  2. Sicherheiten gibt es nicht – Es lebe die Unsicherheit
  3. Riskieren ist erlaubt – Fehler machen auch
  4. Bei Streitfragen vermittelt die Leidenschaft

Seit dem ist ruhe im Haus!

Heute ist mein Gegner glücklich mit meiner Leidenschaft verheiratet. Sie führen eine Traumhafte Ehe. Sie haben viele kleine und große Kinder. Sie heißen Ideen, Träume und Wünsche.

Aber auch diese Beziehung braucht pflege, Achtsamkeit und Zuneigung.

Der Gegner ist kein Gegner mehr. Er ist jetzt mein Gegenpol. Mein Gegengewicht.

Er passt auf, dass ich bei meiner ganzen Euphorie vor Ideen und Träume verwirklichen nicht überschnappe.

Er ist hilft mir auf dem Boden zu bleiben.

Dein Gegner ist in Wirklichkeit kein Gegner.

Er ist vielmehr ein Helfer, dem du aus der Bequemlichkeit die Macht gegeben hast.

Er ist mit dieser Aufgabe total überfordert und baut deshalb einen Mist nach dem anderen.

Übernehme wieder die Verantwortung.

Sei wieder der Boss.

Was aus seiner Perfektionismus-Waffe geworden ist, fragst du? Das ist wieder eine andere Geschichte. Hier kannst du sie lesen.

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Wer heute wahre Freiheit erlangen will, muss sich mehr anstrengen und auch mal unangenehme Fragen gegenüber stehen. Fragen, die das eigene Leben aufmischen und die eingefahrene Sichtweisen zerstören
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