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Kreativ Probleme lösen

Eine wahre Geschichte: Ich saß in meinem Lieblingscafé und schlürfte einen Espresso. (Ich liebe guten Espresso, habe ich das schon mal erwähnt?) Etwas später geht die Tür auf und es kommt eine Gruppe von Frauen herein. Sie haben sich an den Nachbartisch gesetzt.

Sie haben gleich angefangen sich auf  Portugiesen zu unterhalten.

Sie waren gut gelaunt und redeten laut und lachend.

Etwas später wurden die Damen leiser. Dann nahmen sie sich an ihren Händen und bildeten im Sitzen einen kleinen Kreis.

Eine der Frauen schaute mich kurz an und fragte mit ihrem portugiesischen Akzent:

“Willst du mitmachen?”

Ich war etwas überrascht, da ich nicht wusste, um was es geht. Ich fragte:

“Was habt ihr denn vor?”

“Eine Freundin aus dieser Runde hat ein Problem.”

Sie deutete mit ihren Augen auf eine der Frauen:

Wir beten für die Lösung !

Es war eine sehr vertrauensvolle Situation. Ich gab ihnen meine Hände und war ein Teil des Kreises.

Eine der Frauen hat angefangen auf portugiesisch laut und kraftvoll zu beten.

Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber ich hatte Gänsehaut. Es war ein sehr schöner und besonderer Moment.

Sobald eine Frau aufgehört hat zu beten, hat eine andere Frau weitergebetet.

Nach dem beten hielten alle kurz inne und waren alle still.

Dann passierte etwas, was ich nicht erwartet hatte:

Sie haben angefangen sich wieder laut und lustig miteinander zu unterhalten, als nichts gewesen wäre.

Es hat auch nicht danach ausgesehen, als sie wirklich traurig wären. Nicht einmal die Frau mit dem Problem war traurig.

Wir laden die Lösung ein

Es hat mir keine Ruhe gelassen. Ich habe leise die Frau neben mir angestupst und gefragt:

“Warum sind alle jetzt wieder fröhlich? Ist das Problem jetzt schon gelöst?

Sie lachte und schrie laut etwas in die Runde, natürlich auf Portugiesisch, was ich nicht verstanden habe. Dann fingen sie alle an zu lachen .

Es war mir sehr peinlich: “Jetzt bist du ins Fettnäpfchen getappt”, sagte ich zu mir.

Sie merkten, dass ich verlegen war. Die Frau mit dem Problem hat mich dann aufgeklärt:

“Ich habe ein Problem. Bis heute habe ich alles getan, was in meiner Macht steht. Und jetzt ist die Lösung daran.”

Eine andere Frau bemerkte anscheinend meine Verwirrung und ergänzte ihre Freundin:

Ganz einfach: Wir beten und laden die Lösung ein. Und bis die Lösung kommt, feiern wir einfach und sind wir glücklich.

“Und wenn die Lösung nicht kommt?” frage ich.

Sie schauen mich an, als wäre ich ein Alien, dann sagt eine Frau:

Daran denken wir nicht. Sie ist bisher immer gekommen.

Und das hat sie mit einer Überzeugung gesagt, die mir keinen Anlass für weitere Fragen gab.


Mein Interview mit der Lösung

Ich fand die Idee, die Lösung einzuladen, sehr inspirierend. Kann man so Probleme lösen? So unkonventionell? Geht das?

Ich habe die Lösung zu einem Interview eingeladen.

Und so saß sie höchst persönlich vor mir: Die Lösung aller Probleme.

Ich habe sie gebeten die Antworten einfach und verständlich zu formulieren. Darauf sagte sie ganz cool und lächelnd:

“Na ja, was anderes kenne ich auch nicht. Lösungen sind immer sehr einfach und leicht verständlich. Es gibt keine komplizierte Lösungen. Nur die Menschen suchen nach komplizierten Lösungen.” Und lacht dabei schelmisch.

Meine Fragen an die Lösung

1. Kennst das Problem?

Klar kenne ich es. Wir sind gute Freunde. Wir treffen uns immer wieder und reden über die Anliegen der Menschen. Das Problem beschwert sich in letzter Zeit oft. Er arbeitet hart und bekommt nicht einmal ein Danke! Das kann schon einen frustrieren.

2. Wie könne Menschen Probleme lösen?

Nun ja, die meisten Probleme der Menschen sind keine richtige Probleme. Sie sind mehr “Scheinprobleme”.

Sie entstehen, weil eure Haltung eine problemorientierte Haltung ist. Schaut einfach eure TV-Sendungen an: Sie suggerieren euch, dass es draußen nur Probleme gibt.

Heutzutage ist es einfach “schick” ein Problem zu haben, und so denkt ihr:

Ich habe ein Problem, also bin ich!

Lösungen sind schlicht und einfach nicht WIRKLICH gewünscht.

Ihr musst lernen mit einer lösungsorientierten Haltung durchs Leben zugehen:

Es gibt mehr Lösungen als Probleme.

3. Wie können wir eine lösungsorientierte Haltung annehmen?

Mit mehr Vertrauen. Vertrauen, dass es gut wird. Vertrauen in sich selbst. Das Vertrauen hilft euch, sich für eine gute Lösung zu öffnen.

Geht neue Wege. Entwickelt neue und eigene Ideen. Probiert ungewöhnliche und unkonventionelle Möglichkeiten aus.

4. Das ist schön und gut, aber neue Möglichkeiten bringen neue Risiken mit!

Sie lacht sehr laut und sagt: Ich weiß, Risiken und Niederlagen sind für euch Menschen ganz schlimm.

Aber Manchmal ist das Scheitern die Lösung. Wenn ihr in diesem Fall das scheitern meidet, dann versperrt ihr euch gegen die Lösung und was danach kommen könnte.

Scheitern will euch nur sagen:

Hey, es gibt einen bessern Weg, der hier ist nichts für dich.

Das ist alles.

5. Was würdest du uns Menschen empfehlen?

Endlich eine gute Frage sagte sie frech und lachte wieder laut und schelmisch:

Hört’ auf ein Problem zu lange zu diskutieren

Löst euch von der Vorstellung einer ultimativen perfekten Lösung. Die gibt es nicht

Die meisten Probleme lösen sich von alleine, wenn ihr sie nicht zu ernst nimmt

Seid offen für die Lösung, verliebt euch in die Lösung und nicht in das Problem

Und ganz wichtig: Lass das Problem los. Lass es gehen.

6. Und stimmt es, dass man dich mit feiern einladen kann?

“Na, was denkst du? ich will auch Partys feiern.” Und lacht wieder laut. Und dann stellt sie mir eine Gegenfrage:

Angenommen du wärst die Lösung: Wo würdest du hin gehen? dorthin, wo gejammert, diskutiert und geflucht wird? Oder doch lieber zu den Menschen, die dein Kommen feiern und dir den Roten Teppich ausrollen?

7. Wo gehst du als nächstes hin, frage ich zum Schluß?

Nach Afrika! Dort gibt es einen Stamm, der erst die möglichen Lösungen mit allen Stammesmitglieder bespricht.

Dann veranstalten Sie einen Rituall, um die Lösung willkommen zu heißen. Und dann feiern sie. Sie singen, tanzen und schmausen die ganze Nacht durch.

Und dann sagt sie: “Weißt du, dort gehe ich hin und feiere mit.” Und lachte wieder schelmisch.

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Wer heute wahre Freiheit erlangen will, muss sich mehr anstrengen und auch mal unangenehme Fragen gegenüber stehen. Fragen, die das eigene Leben aufmischen und die eingefahrene Sichtweisen zerstören
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