Raum der Erkenntnisse

In letzter Zeit war es ruhig um mich. Keine Blogbeiträge, keine Newsletter und wenig Facebook-Einträge. Ich war selbst von der eintönigen und langweiligen Bloggerlandschaft etwas müde geworden. Nur wenige Blogger schreiben wirklich mit Herzblut und Leidenschaft. Die meisten imitieren lediglich andere Geschichten und kopieren erfolgreiche Themen, ohne die eigene Persönlichkeit einzubringen.

Ja, Blogbeiträge sind auch mittlerweile zu einem Konsumgut geworden. So wird ein Thema zu lange durchgekaut, bis es komplett ausgelutscht ist. Und dann nimmt man das nächste.

Ich war auch dabei, mich von den selbst ernannten Gurus und Experten, die angeblich wissen, wie das Bloggen funktioniert, anstecken zu lassen.

Irgendwann dämmerte mir, dass meine eigenen Werte immer mehr in den Hintergrund verschwinden und verlor irgendwann endgültig die Lust am Schreiben.

Zu diesem Zeitpunkt war ich mir nicht sicher, ob ich jemals wieder mit dem Bloggen weitermachen werde. Ich wollte erst mal weg. Weg vom Schreiben. Weg von der selbstverherrlichenden Bloggerszene, die nur sich selbst feierte.

Ich spürte jedoch meine Liebe zum Bloggen. Eine schwache Flamme brannte noch in mir.

Manchmal braucht man einfach etwas Abstand.

Um diese kleine Flamme wieder zu einem Feuer zu entfachen, musste ich ein paar Schritte zurück. Ich musste innehalten und die Antwort auf eine wichtige Frage wiederfinden. Diese Frage lautet:

Warum will ich überhaupt schreiben?

Was mich in der Bloggerszene am meisten genervt hat und immer noch nervt, sind die gehobenen Zeigefinger vieler Blogger, die einem etwas einreden wollen.

So denken viele, die ultimative Lösung gefunden zu haben und beginnen zu missionieren. Sie recyceln ständig andere Beiträge und Themen und füttern ihre Leser damit. Und irgendwann vergessen sie ihre wahre Leidenschaft und werden zu schlechten Missionaren.

Leser verachten Autoren, die ihnen etwas einreden wollen. (aus dem Buch „Der Schwarze Schwan“)

Die Fata Morgana eines Bloggers

Es gibt in der Bloggerszene eine große und weit verbreitete Lüge und fast jeder Blogger fällt einmal darauf rein. Diese Lüge lautet:

Du kannst mit dem Bloggen Geld verdienen.

Auch ich bin auf diese Lüge reingefallen. So habe ich mich lange Zeit unter Druck gesetzt. Ich war mehr damit beschäftigt, etwas zum Verkaufen zu erfinden, als mich mit meiner Liebe zum Schreiben zu beschäftigen. Ich arbeitete täglich an meinen Blog und gleichzeitig entfernte ich mich immer mehr von ihm. Ich entfernte mich von mir selbst.

Einfach schreiben

Ich habe die Antwort auf meine Frage „Warum ich schreiben will!“ wieder gefunden:

Weil ich einfach nur schreiben will!

Wenn ich einen Stift und ein Stück Papier sehe, dann steigt in mir ein unbeschreibliches Glücksgefühl auf. Es ist so, als mein Herz zu mir spricht und ich möchte diesen Dialog einfach festhalten.

Ich möchte meine Leidenschaft zum Schreiben weder planen noch belasten. Ich pfeife auf alle Regeln, die zum Evangelium geworden sind. Sie inspirieren mich nicht, sie lassen meine innere Stimme verstummen und blockieren meine Kreativität.

Ich werde neue Wege gehen und habe keine Lust auf Trampelpfade. Ich werde stolpern und fallen. Ich werde mich auch verletzen. Ich werde aber wieder aufstehen. Ich werde vor allem meinen eigenen Weg gehen und meine persönliche Erfahrungen machen.

Das ist genau das, was das Leben von uns erwartet.

Ich werde mich bewusst abseits der konsumierenden und marktschreierischen Bloggerlandschaft bewegen. Vielleicht werde ich auf diesem Weg allein sein. Aber vielleicht auch nicht. Womöglich inspiriere ich auch andere Blogger, ihren eigenen Weg zu gehen.

Eins weiß ich aber sicher: Ich werde wieder mit Leidenschaft schreiben. Und die kleine Flamme in mir wird so langsam wieder zu einem Feuer entfacht.

Ich bin kein Ratgeber

Das Leben geht immer vorwärts. Wir können die Dinge nur rückwärts bewerten. Keiner von uns ist weiser, schlauer oder besser. Jeder macht seine eigenen individuellen Erfahrungen im Leben. Es ist eine Zumutung, wenn ein Blogger seinem Leser etwas einreden will.

In dem wir unsere Erfahrungen miteinander teilen, stärken und ermutigen wir uns gegenseitig, den eigenen persönlichen Weg zu gehen.

Als Blogger schaffst Du einen Raum für Erkenntnisse.

Mit dem Bloggen kannst Du die Welt nicht verändern. Du kannst höchstens Deine Leser begleiten. Und wenn Du Glück hast, wirst Du auch von ihnen begleitet.

Nur so verändert sich die Welt wirklich. Ganz von allein.

Bloggen ist ein Geben und Nehmen. Bedingungslos!

Also, mein Weg geht weiter…