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7 Rituale für den Alltag

Er fragte mich: Wie wär’s mit Rituale im Alltag? Rituale? Du spinnst wohl! Ich habe doch kaum Zeit für mich, warum soll ich jetzt mit Ritualen anfangen? Rituale kosten mich viel Zeit, die ich woanders besser investieren kann. Sinnvoller!

Ach, ja! Für was willst du deine Zeit Sinnvoller nutzen? Etwa zum rumzappen vor der Glotze, oder zum ständig auf Facebook Logo klicken, um zu sehen ob du eine neue Meldung bekommen hast? Oder vielleicht zum shoppen von Sachen, die so wieso im Keller landen? Dann lebe doch einfach so weiter.

Aber ich will was sinnvolles tun, Dinge, die mich in meine Mitte bringen und mir mitten im Alltag Halt geben. Ich will mich nicht leer fühlen.

Du meinst, so was wie Oasen der Ruhe? Oder ein Freiraum für dich persönlich? In dem du Klarheit und Ordnung in dein Leben bringen kannst?

Ja! Ja, genau! So was will ich. Am besten sofort!

Und dann fragt er mich noch mal:

Wie wär’s mit Ritualen im Alltag?

Bevor ich dazu komme etwas zu sagen, redet er weiter:

Lass uns doch mal von vorne anfangen: Ich erkläre dir erst mal, was Rituale sind, dann mach’ ich dir ein paar Vorschläge dazu. Du setzt sie um, und wenn sie dir nicht gefallen, kannst du dich immer noch vor die Glotze setzen.

Ich denke kurz nach und stimme ihm durch das Nicken mit meinem Kopf zu.

Rituale bedeuten sich Zeit zu nehmen für das Wesentliche. Und das Wesentliche bist du. Mit Ritualen schaffst du dir einen Raum, in dem du dich selbst begegnen kannst.

Das Ritual öffnet dich für das eigene Leben und gibt dir Hoffnung, dass dein Leben gelingen wird.

Das hört sich alles so gut an.

So leicht.

So einfach.

Dann zeig mir endlich ein paar Rituale , sage ich ungeduldig:

1. Guten Morgen Leben!

Bleib nach dem Aufwachen kurz im Bett liegen. Beobachte die erste Gedanken und Gefühle, die in dir hochkommen, ohne dich reinzusteigern oder sie zu bewerten. Entlasse diese Gedanken und Gefühle mit Vertrauen, dass alles gut wird, in den Tag. Und dann setzt den ersten Schritt in einen neuen Tag. In ein neues Leben. Guten Morgen!

2. Trinke Tee. Das Leben ist einfach.

Tee kochen dauert ca. 2 Minuten. Mach’ diese Zeit zu einem Ritual: Giesse Wasser in deinen Wasserkocher. Warte bis das Wasser kocht. Beobachte in dieser Zeit deinen Atem. Wenn das Wasser fertig ist, gieße es über deinen Tee. Rieche, wie der Duft des Tees aufsteigt. Beobachte wieder deinen Atem, bis der Tee gezogen hat. Gieße ihn in eine schöne Tasse. Rieche, schmecke und genieße den Tee.

3. Pausen machen die Musik

Stell’ dir ein Musikstück ohne Pause vor. Es würde sich furchtbar anhören. Alle diese Instrumente und Töne auf einmal. Erst die Pausen zwischen die Noten und Töne, machen eine Musik hörbar und schön.

So ist es auch in deinem Alltag. Gönne dir regelmäßige kleinere Pausenrituale. Eine kleine Pause zum atmen. Mittagspause alleine im Freien auf einer Bank verbringen, eine Kaffeepause am Fenster und die Wolken beobachten. Oder einfach was dir gut tut.

4. Inne halten. Deine Mitte finden. Weitergehen

Bist du bei dir? Nein? Bleib kurz stehen oder unterbreche kurz deine Tätigkeit. Atme tief und sanft. Dann stell dir vor, wie in deinem Körper eine schöne, lange weiße, brennende Kerze steht mit der Flamme auf der Höhe deines Herzens. Atme solange, bis ihre Flamme ruhig brennt und nicht mehr flackert. Spüre, wie die Kerze dir hilft, deinen Oberkörper aufrecht und gerade zu halten. Genieße es.

Wenn dich irgendetwas im Alltag aufregt, zieh’ dich kurz zurück und schau nach innen. Die Kerze steht entweder schief oder ist erloschen. Stell sie wieder gerade, zünde sie an und atme, bis sie wieder ruhig brennt und Licht in dein Herz bringt. Diese Übung bringt dich immer wieder schnell in deine Mitte und dauert weniger als eine Minute. (Übung von Robert Betz)

5. Essen ist Glück

Bevor du mit dem essen beginnst, halte kurz inne und bedanke dich innerlich, dass du jetzt so beschenkt bist und diese Mahl geniessen darfst. Bedanke dich auch bei den Menschen, die das Essen zubereitet haben.

6. Verabschiede dich vom Tag

Nimm dir Abend ein paar Minuten Zeit, atme tief durch. Verabschiede dich von diesem Lebenstag. Er kommt nicht mehr. Er hat dir heute so viel geschenkt und jetzt geht er fort. Egal was gewesen ist, lass alles in diesem Tag, versöhne dich mit ihm. Und freue dich auf einen neuen Tag, der morgen kommen wird.

7. Gute Nacht Leben

So wie du am morgen bewusst aus dem Bett gestiegen bist, so sollst du wieder ins Bett gehen. Leg’ dich hin. Leg den Tag ganz ab. Schließe die Augen und spüre einfach in deinen Körper hinein. Alles ist gut! Gute Nacht.

Und dann schweigt er ganz lange. Ich fühle mich jetzt schon sehr gut, ohne die Übungen wirklich gemacht zu haben.

Er reicht mir einen Becher Tee, schaut mich kurz an und lächelt.

(Ein ähnlicher  Dialog zwischen mir und meinem Meditationlehrer hat so stattgefunden)


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