Iss dich glücklich! Essen und Selbstliebe

Am Wochenende hielt jemand einen Vortrag: Und ist es nicht ein Glück, geliebt zu werden? Sagte er mit schwer tragender Stimme. Seine Worte hallten durch den Raum, wurden von den Wänden zurück geworfen. Ist es nicht ein Glück, Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen? Mir fiel es schwer, ihm zuzuhören. Natürlich hatte er Recht. Natürlich war es wunderschön, geliebt zu werden. Zeit mit genau diesen Menschen zu verbringen, die einen bedingungslos liebten.

Doch für mich war diese Aussage zu einfach.

Das Problem, das die meisten Menschen haben, ist, dass sie erwarten, glücklich gemacht zu werden. Sie warten auf Traumprinzen, den 6er im Lotto, das dicke Auto, den „wenn das und das erstmal passiert ist“- Augenblick.

Als dieser Mann also diese Rede hielt, dachte ich:

Und ist es nicht ein Glück, sich selbst bedingungslos zu lieben? Ist es nicht ein Glück, mit sich selbst berauschende Augenblicke der Liebe zu erleben?

Hätte der Mann das gesagt, wäre es wahrscheinlich den anderen Anwesenden schwer gefallen zuzuhören. Doch letztendlich ist die Selbstliebe das, worauf alles aufbaut.

Vor einer gefühlten Ewigkeit, (in Wirklichkeit sind es nur viele Monate, ein paar Jahre) war ich so weit von mir weg… Habe mich selbst alles andere als geliebt… –

Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages da sein könnte/ würde, wo ich jetzt bin.

Ganz bei mir.

In Frieden und großer Liebe.

Wie ich da angekommen bin?

Langsam. Schritt für Schritt. Deswegen habe ich durchgehalten. Weil ich zum ersten Mal in meinem Leben lieb zu mir war. Geduldig.

Die Menschen sind so eine intelligente Spezies (auch wenn manch einer jetzt verächtlich schnaubend an jemand Blöden denken wird, der alles andere als intelligent zu sein scheint)- wir können zum Mond fliegen, die krassesten Geräte entwickeln, Kranke heilen… Doch über die Arbeit, die für eine moderne Welt wichtig ist, haben viele eines vergessen:

An sich selbst zu arbeiten.

Das ging mir nicht anders. Doch als ich begriff, dass man nicht kurz vor der Einweisung in die Klapsmühle stehen muss, dass es keine Schande, sondern eher eine Stärke ist, sich einzugestehen, dass Hilfe jetzt echt cool und nötig ist, begann ich, den Weg zu mir selbst zu gehen.

Durch die Geistesarbeit und den Sport kam es, dass ich anders anfing zu essen.

Auch dies geschah sehr langsam.

Alte Essgewohnheiten lagen auf mir wie eine alte Haut, die ich nicht abzustreifen schaffte. Stumpfes vor dem Fernsehen gefresse war und blieb völlig normal. Trotzdem nahm ich innerhalb von 2 Jahren 16 Kilo ab.

Seit ich angefangen habe zu meditieren, hat sich in dieser Richtung noch einmal wahnsinnig viel getan. „Wenn ich mir selbst so viel Gutes tue, warum esse ich dann immer noch so viel scheiße?“, fragte ich mich. Es geht nicht um ‚mal einen Burger/ Schokolade/ wasauchimmer.’ Es geht um die Regel. Die Produkte, die einem schwer wie Steine im Magen liegen, die einen sich dick und unwohl fühlen lassen, obwohl man in Kleidergröße 36 passt.

Ich begann, mein Essen zu hinterfragen und wurde deswegen Vegetarierin.

Jeder soll bitte machen was er will, doch für mich passte es einfach nicht mehr, Fleisch zu essen. Das Fleisch von Tieren, die ein unwürdiges Leben unter meist katastrophalen Bedingungen lebten, ihrer Instinkte beraubt, nur reich an Panik und Gestank (was auch für viele Tiere mit Bio-Siegel gilt).

All das Leid in mich hineinzustopfen, passte einfach nicht mehr. Ich begriff, was dieser Spruch „Du bist was du isst“ bedeutet.

Ich begann ebenfalls, meine Essgewohnheiten zu hinterfragen.

Hörte auf, vor dem Fernseher zu essen. Fing dafür endlich wieder an, auch abends zu essen und all den „Alles was du abends isst, setzt an“-Gewohnheiten zu trotzen. Wurde achtsamer. Zum Frühstück trinke ich meistens einen Smoothie (momentaner Favorit: gefrorene Erdbeeren-Banane Spinat), koche viel selbst. Und wenn ich Bock auf Süßkram/ Fast Food/ Alkohol/ wasauchimmer habe, esse bzw. trinke ich es. Ganz entspannt. Ich verbiete mir gar nichts.

Der Weg zum Glück, zur Zufriedenheit, führt für mich über die Selbstliebe. Und die beginnt bei allem, was essentiell ist: Atmen, schlafen, Bewegung, essen.

Alles ist wie ein Netz miteinander verwoben. Alles baut aufeinander auf, hängt zusammen.

Die Basis zum Glück ist die Selbstliebe, die dir keiner nehmen kann. Das „Ja ich will“ zu dir selbst, das dein Leben bereichern und so viel schöner machen wird. Das, was dich strahlen lässt in tiefster Nacht.
Und deswegen sage ich mit Liebe und Leichtigkeit in der Stimme:

Warte nicht darauf, geliebt zu werden. Fange an, es selber zu tun.

#loveyourself