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Leere - Der Raum deines kreativen Ausdrucks

Die Wörter wollen raus, aber wie? Vor mir liegt ein Block und ich halte meinen Stift in der Hand. Ich will einen Beitrag schreiben. In meinem Kopf schweben 1001 Ideen. Anstatt mich zu inspirieren, überfordern sie mich. Die Wörter strömen durch meinen Kopf und doch bleibt nichts hängen. Jedes mal wenn ich sie fangen will, flutschen sie mir aus der Hand, wie ein Stück Seife.

Ich starre weiter auf die leere Seite, sie wirkt unheimlich. So weit. So tief. So unendlich. Sie mir Angst. Es ist so, als würde ich in die Weite des Universums hineinschauen.

Ich versuche einen Grund zu finden, um den Block zur Seite zu schieben und mit etwas anderem anzufangen. Das mach' ich immer so, wenn ich mich überfordert fühle. Schnell eine neue Ablenkung suchen.

Das ist ein komisches Spielchen: jedes Mal, wenn ich den Block weglegen will, spüre ich diese Sehnsucht.

Die Sehnsucht nach Abenteuer, die Wörter zu fangen, die passenden auszusuchen und mit ihnen diese unheimliche Leere zu füllen.

Die Leere füllen? Aber wie?

Ich weiß, dass diese Seite in ein paar Stunden mit Wörtern gefüllt sein wird. Vielleicht auch erst in 1-2 Tage. Aber dann wird sie voll sein.

Ich lege den Stift für einen kurzen Moment zu Seite und lehne mich zurück:

“Was will eigentlich diese Leere von mir?”

Ich erinnere mich an meinen Meditationlehrer und seine Worte:

Die Leere enthält alle denkbare und undenkbare Möglichkeiten. In der Leere steckt alles. Aus der Leere entspringt alles.

Eine leere Seite ist eine große Herausforderung. Sie ist aber auch die beste Inspiration. Nicht nur für Maler, Schriftsteller oder Blogger. Wenn du dich auf die Leere einlässt, dann hast du Zugang zu unbegrenzter Fülle.

Wie füllst du deine "leere Seite"?

Die Leere ist deine Herausforderung und Inspiration zugleich. Deine “leere Seite” ist dein Leben. dein Alltag.

Kennst du diesen Spruch?

Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens.

Das trifft auf jeden Tag zu. Und jeder von ihnen ist eine leere Seite, die du füllen wirst.

Tag für Tag schreibst du in ein Buch. Es heißt “Mein Leben”. Und jeden Tag füllst du eine leere Seite. Sie heißt “Mein Tag”.

Täglich, wenn die Sonne aufgeht, ist der Tag ganz leer. Genau wie diese leere Seite vor mir. Dann fängst du an, diese Leere zu füllen:

Sekunde für Sekunde. Minute für Minute. Stunde für Stunde.

Irgendwann geht die Sonne unter. Der Tag ist gefüllt. Die Leere ist verschwunden.

Du füllst täglich die leere Seite deines Buches mit deinem ganz individuellen Ausdruck. Mit deinem Leben.

Egal welche “leere Seite” du füllst, es geht immer darum die Leere mit deiner Kreativität und Ideen zu gestalten.

Ich erinnere mich wieder an die Worte meines Meditationslehrers:

Die Leere will mit deinem Geist gefüllt werden.

Ja! Darum geht es. Nach dem du deine “leere Seite” gestaltet hast, ist sie dein ganz persönlicher individueller Ausdruck. Den gibt es nur einmal. Und nie wieder.

Die Leere ist deine Inspiration für die Fülle.

Um aus der Leere heraus zu gestalten, musst du deinen Kopf vom Gegenargumenten und Gegenwind frei machen. Im Kopf kannst du deine Ideen sammeln, darüber nachdenken und kalkulieren. Aber wenn es um die Gestaltung geht, wenn es darum geht, ihnen einen göttlichen Ausdruck zu verleihen, dann musst du ins Ins Herz.

Im Herz gibt es keine Angst, es ist dein kreativer Raum. Der Raum, in dem du dein ICH erleben kannst. Der Raum, in dem du mit allem verbunden bist.

Die Leere ist immer da

Ich habe jetzt keine Angst mehr vor der “leere Seite”. Sie ist weniger unheimlich. Ich habe für mich zwei Wege entdeckt, um meine “Leere Seiten” zu füllen:

1. Meine Angst zu überwinden und sie in sinnvolle Produktivität zu kanalisieren

2. Meine Ideen und Träume ernst zu nehmen. Sie zu sammeln und zu pflegen. Und irgendwann, zur gegebener Zeit, mit ihnen meinen Ausdruck zu gestalten.

Ich nehme wieder meinen Stift in die Hand und fange an die “leere Seite” zu füllen. Mit meinem Ausdruck. Ich schreibe die erste Zeile.

Als ich fertig bin, sehe ich ganz kurz die Leere wieder. Hinter den Wörtern und Buchstaben. Sie lächelt mir freundlich zu. Sie ist noch da, sie war die ganze Zeit da. Sie wird immer da sein. Diese Leere.

Ich winke ihr zu und bin dankbarfür den Raum. Und Ich weiß ganz genau, wir werden uns bald wieder begegnen. Gleich morgen morgen, wenn die Sonne wieder aufgeht.


Photo by Kristopher Roller

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Wer heute wahre Freiheit erlangen will, muss sich mehr anstrengen und auch mal unangenehme Fragen gegenüber stehen. Fragen, die das eigene Leben aufmischen und die eingefahrene Sichtweisen zerstören
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