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Ich weiß nicht mehr, wer ich bin!

Du fühlst Dich in letzter Zeit verwirrt, desorientiert und suchst nach dem Sinn des Lebens? Na dann gratuliere! Hier kommt die gute Nachricht: Du bist nicht alleine! Auch wenn du das Gefühl hast, du wärst der einzigste Mensch, der an Gott und der Welt zweifelt. Es geht gerade vielen so wie Dir, und das ist auch gut so!

Du bist verwirrt, du willst wissen, wo Dein Platz auf dieser Welt ist.

Du fragst Dich:

Wer bin ich und welchen Sinn hat wohl mein Leben. Was soll das Ganze?

Und so gehörst du zu denjenigen, die mehr vom Leben erwarten, als nur arbeiten, konsumieren und sich einem System unterwerfen, an das sie nicht mehr glauben.

Aber jetzt mal im ernst:

Wer bin ich wirklich?

Bist du ein Teil der sozialen Strukturen eines Systems? Oder bist du die Funktion und die Rollen, die du im Alltag spielst? Bist du Deine Aufgaben und To-Do-Listen? Bist du Dein Traum, Deine Berufung, Deine Komfortzone oder bist du Dein Facebook-Profil?

Wer steckt hinter dem Menschen, der gerade diesen Beitrag liest?

In der Tat sind gerade viele auf der Suche nach Antworten auf diese Fragen. Vielleicht du auch! Du glaubst, es ist nicht gut für Dich verwirrt zu sein. Du willst Deine Verwirrung bekämpfen, du willst sie um jeden Preis loswerden und tust alles dafür.

Du betrachtest sie als ein großes Übel, als eine Krankheit, die Dich befallen hat. Du wachst jeden Morgen mit deiner Verwirrung auf, sie begleitet Dich durch den Tag und geht abends mit Dir ins Bett. Und am nächsten Tag ist die Verwirrung noch größer.

Aber weißt du, in Wahrheit ist es nicht die Verwirrung selbst, die Dich fertigmacht.
Es ist viel mehr die Suche nach “Nichtverwirrung”. Eckhardt Tolle beschreibt es wie folgt:

Aus der Äusserung “ich weiß nicht” spricht noch keine Verwirrung. Verwirrung zeigt sich in Sätzen wie: ich weiß es nicht, aber ich muss es wissen.

“Wissen zu müssen” ist, was Dich wirklich verwirrt.

Lass dich jetzt auf ein kleines Experiment mit mir ein: Versuche einmal Dich für einen Augenblick von den Gedanken “Wissen zu müssen” zu lösen und lass diesen Gedanken zu:

Verwirrung ist ein Geschenk!

Ja, das ist mein voller Ernst, und ich sage dir auch gleich, warum sie das Beste ist, was dir passieren kann:

Verwirrung hat grundsätzlich auch etwas gutes. Sie zeigt dir, dass du mitten in einer Veränderung stehst, die dich maßlos überfordert. Setzt dich mal für einen Moment hin und atme tief ein und aus. Wenn du genauer hinschaust, erkennst du, dass nur ein winziger Teil von dir, nämlich dein Verstand, verwirrt ist. Er hat Angst, weil er absolut keine Kontrolle über das Heranwachsende hat. Er sieht diese unaufhaltsame Veränderung als eine Lawinne, die ich überrollen und zerquetschen wird. Er kann schlicht und einfach nicht begreifen, was gerade passiert. Er hat Todes Angst!

Und jetzt wird spannend:

Wenn du jetzt noch ein Stück weitergehst und über die Verwirrung hinausblickst, kannst du auch einen Anteil in dir wahrnehmen, der ganz ruhig, gelassen und gechillt ist. Dieser Anteil hat weder Angst noch den Drang die Kontrolle zu übernehmen. Er ist der Fels in der Brandung. Er war, ist und bleibt die Ruhe SELBST!

Jemand meditiert unaufhörlich in dir. Triff ihn spontan. (von Sebastian Gronbach)

Dieser Anteil ist total gespannt und neugierige darauf, was du als nächste tun wirst? Er freut sich über die bevorstehende Veränderung und deine Erfahrung damit.

Und nun erlaube diesem gechillten Anteil deinen verwirrten und ängstlichen Verstand zu umarmen. So wie eine Mutter ihr Kind umarmt und umsorgt.

Vielleicht spürst du jetzt ein Gefühl der Leichtigkeit oder, dass die Verwirrung nicht mehr da ist. Sie ist wie weggeblasen.

Die heilende Wirkung des Nichtwissens

Wir stellen in unserer heutigen Zeit den unangemessenen Anspruch an uns, alles wissen und kontrollieren zu müssen. Das verwirrt uns noch mehr, den die Erfüllung dieses Anspruchs ist nicht möglich! Wir können nicht alles wissen und kontrollieren.

Wenn du Dich das nächste Mal verwirrt fühlst, suche nicht nach Antworten oder Lösungen. Fange nicht an Ratgeber zu lesen oder nach den Ursachen Deiner Verwirrung zu googeln. Akzeptiere Deine Verwirrung voll und ganz. Anerkenne, dass du gerade nicht weißt, wer du bist. Gestehe Dir ein, dass du verwirrt bist.

Die Natur ist ein guter Freund und Ratgeber

Nimm Dir stattdessen Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang in der Natur. Löse Dich von der zwanghaften Illusion “Wissen zu müssen” und gestehe dir mit vollem Respekt und ganz ehrlich, dass du nicht alles wissen kannst. Erkenne, dass du die meisten Zeit keine Kontrolle über dein Leben haben kannst.

Dieser einfache Satz wirkt Wunder und ist deine Rettung

Ich weiß nicht mehr, wer ich bin! (Oder ich weiß nicht mehr , was ich will!)

Sprich ihn ruhig laut aus, habe keine Angst. Es ist keine chwäche, dadurch wird sich deine Stärke erst zeigen. Es bedeutet auch nicht, dass du niemals herausfinden wirst, wer du wirklich bist. Dieser Satz sprengt Deine Illusion, dass du verwirrt bist. Er hebt Deine Identifikation mit deinem verwirrten Verstand auf.

Er führt Dich von Deinem Gedankenlabyrinth weg, und öffnet Dir die Tür zu Gottes prachtvollen Garten der Klarheit.

Dieser Wundersatz macht Dich leer. Er bringt Licht und Frieden in Dein Leben. Er öffnet Dein Herz für die Wahrheit. Er macht dich frei.

Und in diesem unendlichen Raum der Freiheit und Fülle, mit einem offenen Herzen, kann nun alles entstehen. Nur dort kann Dein wahres Wesen sich entfalten. Nur dort können Deine wahre Gaben zum Vorschein kommen.

Und nur dort gibt es eine Antwort auf die “Wer bin ICH” Frage.
Und wenn du achtsam bist, spricht irgendwann eine leise Stimme zu Dir: “du bist.”


Photo by Céline PREHER

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Wer heute wahre Freiheit erlangen will, muss sich mehr anstrengen und auch mal unangenehme Fragen gegenüber stehen. Fragen, die das eigene Leben aufmischen und die eingefahrene Sichtweisen zerstören
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