Einführung
7 wichtige Lektionen aus 2017 und warum wir uns dem Strom des Lebens nicht entziehen können

7 wichtige Lektionen aus 2017 und warum wir uns dem Strom des Lebens nicht entziehen können

Es war an einem Samstag im Juli 1986 gegen 11.30 Uhr, als ich in Deutschland angekommen bin. Ich stand als 17 jähriger junger Mann mit einem Koffer und ein paar Hundert Dollar in der Tasche  in der Friedrich Straße in Berlin. Ich konnte weder die Sprache noch kannte ich jemanden, zu dem ich gehen konnte. Ich wusste nicht einmal, wo ich die Nacht verbringen würde. Ich hatte absolut keinen Plan.

Diesem Ereignis folgte ein zum Teil sehr turbulentes und intensives Leben. Ich strebte damals oft nach Glück und war ständig auf der Suche nach einem sicheren Hafen, an dem ich mich fest halten konnte. Vergeblich! Je mehr ich versuchte, das Leben zu beruhigen und zu zähmen, umso heftiger waren die Wellen, die mich an die Felsen des Schicksals schleuderten.

Ist das Leben deshalb brutal?

Heute 31 Jahre später begreife ich, dass die angeblich negative Ereignisse in meinem Leben, die Stufen meiner Entwicklung und “Menschwerdung” waren. Das Leben lehrte mich mit seinen Lektionen und nichts davon war aus reinem Zufall geschehen. Jedes Ereignis, jede Situation und jedes so wichtige oder unwichtige Detail war ein Puzzlestück von einem größeren Plan.

Ja, so ist: unser Leben ist aus einer bestimmten Perspektive ein Pünktchen auf diesem Plan. Ein Pünktchen, ohne es dieser Plan unvollständig wäre. Also, ein sehr wichtiges und unverzichtbares Pünktchen.

Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden. (Sören Aabye Kierkegaard)

Meine 7 wichtigsten Lektionen aus 2017

1. Es gibt immer eine höhere Perspektive

Im Leben passieren uns manchmal Dinge, die aus der kleinen “Ich-Perspektive” absolut keinen Sinn machen. Erst rückblickend auf die Situation, sehen wir den Sinn daran. Aus einer bestimmten Perspektive hat ALLES einen Sinn und NICHTS ist sinnlos. Dabei ist es völlig egal, ob wir es verstehen oder nicht. Und den Sinn in vielen Dingen, werden wir niemals begreifen können. Vertraue einfach, auch und gerade weil du es nicht verstehst.

2. Veränderung und Entwicklung sind unaufhaltsam

Die Schritte der Evolution entziehen sich jeglicher Kontrolle. Es ist unmöglich, die Entwicklung des Lebens aufzuhalten oder zu bestimmen. Wer nur den Versuch wagt, wird in seinem Leben Leid erfahren.

3. Ich stelle mich in den Strom des Lebens

Wir können nur eins tun: Uns mit allem, was wir haben und nicht haben, in den Strom des Lebens stellen. Bedingungslos und kompromisslos. Der STROM des Lebens führt uns manchmal in eine "Lebenskrise", sie beinhaltet jedoch alle denkbaren und nicht denkbaren Möglichkeiten und Lösungen.

4. Ich kann nichts kontrollieren

Wir haben keine andere Wahl, als diese Tatsache ohne “wenn und aber” radikal zu akzeptieren. Dieser radikale Akzeptanz, dass wir nichts kontrollieren können, ist unsere Freiheit.

5. Für etwas brennen und nicht gegen etwas kämpfen

Es macht einen entscheidenden Unterschied, ob wir unsere Kraft und Energie gegen etwas einsetzen oder sie für etwas aufbringen. Fühle in dich hinein, kannst du den Unterschied spüren? Gegen Etwas zermürbt dich und saugt die Energie aus dir aus. Für Etwas dagegen, hat eine  Leichtigkeit und die Energie trägt dich, du bist hier ein Teil des großen Plans, bringst du dich ein und wirst mitgetragen.

6. Streiten ist sinnlos

Es gibt eine kollektive Stimme in uns allen, die uns ständig flüstert, dass Streiten sinnvoll ist. Z.B. haben wir alle mal diesen Satz gehört: “Zu einer guten Beziehung gehört auch, dass man streiten kann”. Bullshit!

Wenn wir transparente und “Spam-Freie" Kommunikation betreiben, und wenn wir lernen unsere Gedanken, Gefühle und Bedürfnissen anderen mitzuteilen, ohne sie zu verletzen, dann müssen wir uns nicht streiten. Sich streiten ist für die Bewusstseinsebene, in der ein Teilselbst von uns immer recht haben will, egal was geschieht und wie argumentiert wird. Diese Ebene müssen wir irgendwann hinter uns lassen, wenn wir für eine liebevolle und barmherzige Welt stehen wollen.

7. Aus der Freude heraus leben

Bitte verstehe mich nicht falsch, ich meine nicht, dass du alles durch eine rosarote spirituelle Brille sehen solltest. Damit ist die göttliche FREUDE gemeint. Sie ist emotionsfrei, nüchtern und völlig wertfrei. Sie hat nichts mit der narzisstischen Freude gemeinsam, die oft im Alltag zum kompensieren und “überschminken” von Situationen genutzt wird. Die wahre Lebensfreude ist der stille Hintergrund aller Seins. Sie ist die Hingabe an das Leben und immer präsent. Es gibt keine Zeit, in der sie nicht da ist. Und sie überwindet alles, was nicht Lebensfreude ist. Sie ist DAS, was DU wirklich bist.

Was war deine wichtigste Lektion aus 2017? Schreib sie einfach in die Kommentare, ich freue mich darauf.

Danke

Heute möchte ich mich auch herzlich bei dir bedanken. Danke, dass du meine Beiträge liest. Danke, dass du mich mit deinem Lob ermutigst weiterzumachen und mit deiner Kritik hilfst, mich weiterzuentwickeln.

Frohes neues Jahr.

Autor

Afschin

Wer heute wahre Freiheit erlangen will, muss sich mehr anstrengen und auch mal unangenehme Fragen gegenüber stehen. Fragen, die das eigene Leben aufmischen und die eingefahrene Sichtweisen zerstören

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